Eltern-AG an der Grundschule Eichendorff-Postdamm - Ein Bericht von Sonja von Zons

 

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Vor 2 Jahren sind wir mit der Eltern AG Soziales Lernen an der Grundschule Eichendorff-Postdamm gestartet. Angeleitet wurden wir durch Alf Kontermann von der Kreispolizei Gütersloh. Er ist Deeskalationstrainer gegen Gewalt/Rassismus der Gewaltakademie Villigst. Ein halbes Jahr lang haben wir von ihm gelernt, selbständig eine Eltern AG Stunde zu planen, durchzuführen und zu gestalten. Mittlerweile haben auch 2 Eltern aus unserem Team die einjährige Ausbildung zur Deeskalationstrainerin GAV durchlaufen und erfolgreich abgeschlossen.

Aber wie sieht nun eine Eltern AG Stunde aus?

Eingebettet in ein Anfangs- und ein Abschlussritual finden in der Regel 2 Übungen statt. Wir sagen gern Übungen, weil die Schüler sehr viel dabei lernen, aber eigentlich sind es Spiele. Sie lernen eben spielerisch Soziale Fähigkeiten. Bei einem Warm-Up kommen die Kinder erst mal an. Meistens sind es Laufspiele zum Auspowern. Das genießen besonders die Jungen, aber auch den Mädchen tut die Bewegung am Morgen gut. Das Warm-Up nimmt nur circa 10 Minuten in Anspruch.

Daraufhin folgt die Hauptübung, die immer ein besonderes Thema hat. Mit ihr möchten wir den Kindern je nachdem, was gerade akut in der Klasse anliegt, verschiedene Bereiche des Sozialen Lernens bearbeiten. Zu Anfang sind es oft Übungen der Selbstwahrnehmung und des Selbstvertrauens, später folgen Übungen, die die Klasse als Gruppe stärken soll. Sie sollen lernen, ein Team zu sein, miteinander zu kommunizieren und einander zu vertrauen. Das Thema Gewalt wird aufgegriffen und mit den Kindern eine Definition erarbeitet. Ganz von selbst finden sie eine kindgerechte Umschreibung des Begriffs:" Gewalt tut weh, manchmal am Arm und manchmal am Herzen." In der Regel hat die Klasse nach einem Jahr Eltern AG unvergleichbar viel gelernt und das gewaltfreie Miteinander, das Bearbeiten von Konflikten beherrschen sie besser als andere Kinder.

Der Reiz der Eltern AG besteht darin, dass die Schüler ein Jahr lang begleitet werden und es gelingt akute Konflikte mit aufzunehmen. So ist die Eltern AG viel kontinuierlicher und wertvoller als ein wenige Stunden dauerndes Training, dessen Erfolg oft schnell verpufft.

 

Aber nun zu den Bildern unten:

 

Auf dem Foto oben link sehen Sie die Menschenpyramide der damals 2.Klasse am Teilstandort Postdammschule in Lintel. Wie viel kannst Du tragen? Wie viel Nähe erträgst Du und wie kannst Du sagen, wenn es Dir zu viel wird? Solche Fragen bearbeiten wir in der anschließenden Reflektion mit den Kindern.

 

Auf der linken Seite gibt es Eindrücke der Übung „ Über das Seil“. Die Kinder müssen das dicke Tau so straff halten, dass nach und nach alle ihre Klassenkameraden darüber gehen können. Das erfordert Mut und Vertrauen, aber auch Verantwortungsbewusstsein.  Wenn ich möchte, dass ich mich auf andere Menschen verlassen kann, dann muss auch ich zuverlässig sein.

 

Im mittleren Block sehen Sie Fotos der Übung „Sprung ins Leben“. Dabei lässt sich je ein Kind rückwärts vom Kasten in die ausgestreckten Arme seiner Mitschüler fallen. Wir wählen diese Übung gern als Abschluss eines Jahres Eltern AG, denn wenn die Kinder sie mit Bravour meistern und einander auffangen und auch  auf die auffangenden Arme vertrauen, dann wissen wir, dass wir in der Klasse etwas bewegt und bewirkt haben.

 

Aber nun genug der langen Worte. Lassen Sie die Fotos auf sich wirken.

 

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Ansprechpartnerinnen

Haben Sie noch Fragen? Dann kontaktieren Sie uns gern:

 

Marie-Theres Lohmann, marie-theres-lohmann@gmx.de

Sonja von Zons, sonja-von-zons@web.de