„Ferdi“- Forschungsprojekt der FH Bielefeld in Kooperation mit unserer Schule und der VHS  

   

„Ferdi“-Programm zur Stärkung der Sozialkompetenz von Schulanfängern

Elterninformation für die betroffenen Klassen

Die einzelnen Stunden des Ferdi-Projektes im Überblick

Ansprechpartner

Bilder von der zweiten Durchführung des Projekts durch Frau Winter

 

 

 

„Ferdi“-Programm zur Stärkung der Sozialkompetenz von Schulanfängern

Unsere Schule beteiligt sich an einem spannenden Forschungsprojekt der Fachhochschule Bielefeld. Es geht um die wissenschaftliche Überprüfung der Wirksamkeit eines Präventionsprogramms. Schulen führen mittlerweile viele unterschiedliche Präventionsprogramme durch (Coolness-Training, Selbstbehauptungskurse, Deeskalationstrainings etc.), die zum Teil mit erheblichem finanziellen Aufwand verbunden sind, deren Wirksamkeit aber nicht wissenschaftlich überprüft und erwiesen ist.

Das "Ferdi"-Programm ist ein Programm zur Stärkung der Sozialkompetenz von Schulanfängern und richtet das Augenmerk auf einen Bereich, der den Lehrkräften in der Schule zunehmend zu schaffen macht: Immer mehr Kinder kommen mit immer weniger Sozialkompetenz, weniger Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft sowie einer niedrigeren Frustrationstoleranz in die Schule. Es fällt vielen Kindern schwer, sich als Teil einer Klassengemeinschaft zu begreifen und eigene, spontane Bedürfnisse zugunsten anderer Kinder oder der Lerngruppe zurückzustellen.

Lehrkräfte stehen vor dem Problem, immer mehr "Lern"-Zeit aufwenden zu müssen, um die Kinder "lern"-fähig zu machen - eine Basiskompetenz, die die Kinder eigentlich zu Beginn der Schulzeit mitbringen sollten. In der Folge bleibt immer weniger effektive Lernzeit übrig, um die gleiche Menge an Lernstoff zu vermitteln. Dieses führt oftmals für alle Beteiligten - Kinder wie Lehrkräfte - zu einem hohen Leistungsdruck, der sich wenig förderlich auf das Lernklima auswirkt.

Mit dem "Ferdi"-Programm werden die Kinder in ihrer Wahrnehmung geschult, sie lernen, Konflikte konstruktiv zu lösen, eigene Gefühle und die Gefühle anderer wahrzunehmen und zu verstehen.

Uns als Schule ist sehr daran gelegen, möglichst nachhaltige Projekte durchzuführen. Daher begrüßen wir es, dass die Volkshochschule Reckenberg-Ems - bei entsprechend positiven Forschungsergebnissen - das "Ferdi"-Programm als festen Bestandteil des Angebotes der Offenen Ganztagsgrundschule verankern will. So können unsere Schülerinnen und Schüler dauerhaft in ihrer Sozialkompetenz gefördert werden.

Nachfolgend finden Sie Informationsmaterial der Fachhochschule Bielefeld. Wir werden nach dem Projektstart am 21.02.2012 fortlaufend vom Verlauf des Projektes berichten. Eine Beschreibung des Forschungsvorhabens der Fachhochschule Bielfeld finden Sie hier.

 

 

 

Elterninformation

 

 

Liebe Eltern,

 

es hat sich gezeigt, dass ein positives Lernklima und ein friedliches Miteinander in der Gruppe die Freude am Lernen und damit auch den Lernerfolg der Kinder steigern kann. Es ist wichtig, die Kinder bereits beim Schulstart gezielt dabei zu unterstützen, wie man schwierige Situationen mit anderen Menschen meistert und sich kooperativ verhält. Unterstützt man dabei schon junge Kinder von Beginn an, kann man ungünstigen sozialen Entwicklungen (z.B. Regelverletzungen, aggressives Verhalten) vorbeugen.

 

Ein Vorbeugeprogramm zur Förderung von Sozialverhalten stellt das Verhaltenstraining für Schulanfänger dar, welches wir gerne in einer Gruppe von Kindern der ersten Klasse durchführen möchten. Das Trainingsprogramm ist speziell für Kinder gestaltet, die am Beginn ihrer Schullaufbahn stehen und noch nicht Lesen und Schreiben können. Während des Trainings beschäftigen sich die Kinder mit dem Erkennen und Benennen von Gefühlen, dem Einfühlen in andere, sowie dem Einüben von positiven sozialen Verhalten  in schwierigen Situationen.

 

Das Training ist phantasievoll und motivierend gestaltet, so dass die Kinder mit Spaß und Freude lernen. Sie begeben sich gemeinsam auf eine Schatzsuche und werden dabei von dem weisen Chamäleon „Ferdi“ begleitet und unterstützt. Die Schatzsuche findet an zwei Vormittagen in der Woche für eine Schulstunde statt.

 

Aus Kapazitätsgründen können nicht alle Kinder gleichzeitig am Trainingsprogramm teilnehmen, so dass es eine sogenannte „Wartegruppe“ geben wird. Die Kinder der Wartegruppe bekommen zu einem späteren Zeitpunkt die Möglichkeit am Programm teilzunehmen. Die Wartegruppe stellt eine Kontrollgruppe dar, welche auch von großer Wichtigkeit für das ganze Projekt ist. Zur Überprüfung in wie weit sich die sozial-emotionalen Kompetenzen bei den Kindern verändern, werden vor und nach Abschluss des Trainingsprogramms sowohl die Eltern als auch die Lehrer gebeten den Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ) auszufüllen. Alle Informationen, die wir im Rahmen des Projekts von Ihnen erhalten, werden absolut vertraulich behandelt. Bei der Auswertung und Aufbereitung Ihrer Daten werden wir die Unterlagen anonymisieren, so dass keine Rückschlüsse auf Sie oder Ihre Familie gezogen werden können

Wir bitten Sie als Eltern, eine prinzipielle Einwilligung zur Teilnahme ihres Kindes, an dem spannenden Projekt mit „Ferdi“, zu geben.

 

Wir hoffen, Sie unterstützen uns bei diesem Vorhaben und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

 

 

Die Stunden im Überblick   

Stufe I

• Wir lernen gemeinsam das Chamäleon Ferdi kennen.

• Wir erfahren von der Schatzsuche, und üben das Ruheritual „Chamäleonpause“ ein.

• Wir unterschreiben den Trainingsvertrag.

Stufe II

• Wir schärfen unsere Sinne und beobachten genau, um uns und andere besser wahrzunehmen.

• Wir üben einen Satz, um uns gut konzentrieren zu können.

• Wir lernen Gefühle richtig zu erkennen.

Stufe III

• Wir lernen Gespenster kennen und erfahren, wie es ihnen geht.

• Wir unterstützen „Ferdi“ dabei, seinem traurigen Freund Cäsar und

seinem ängstlichen Freund Mortimer zu helfen.

Stufe IV

• Wir begegnen dem „Ärgerdrachen“.

• Wir helfen Ferdi, unterschiedliche Konflikte zu lösen und kommen dabei unserem Schatz immer näher.

• Wir heben den Schatz und feiern unseren Erfolg

 

Ziele des Trainings

• Verbesserung der sozialen Wahrnehmung.

• Sensibilisierung für die eigenen Gefühle und der Gefühle anderer.

• Erweiterung der Möglichkeiten, Konflikte und Probleme erfolgreich zu lösen.

• Verbesserung der Selbstkontrolle und Selbststeuerung.

• Aufbau von prosozialem Verhalten

 

Ansprechpartner

FH Bielefeld, Fachbereich Sozialwesen:

Prof. Dr. Bamberg (sebastian.bamberg@fh-bielefeld.de ), Prof. Dr. Beelmann (wolfgang.beelmann@fh-bielefeld.de ), Frau Boly (lindaboly@gmx.de)

Volkshochschule Reckenberg-Ems, Fachbereich OGGS: Diplom-Pädagoge, Stellv. VHS-Leiter Herr Bergmann (arnold.bergmann@vhs-re.de )

 

Bilder von der zweiten Durchführung des Projekts durch Frau Winter

Die Kinder der Klasse 2a (2. Gruppe)                                                     Das Maskottchen "Ferdi"


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